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Wir sind für Sie weiterhin erreichbar. Wir arbeiten digital.

Wir sind für Sie erreichbar, denn wir arbeiten digital.

Sehr geehrte Interessentin, sehr geehrter Interessent,

die gesundheitliche Unversehrtheit unserer Mitarbeiter*innen und Geschäftspartner*innen steht an oberster Stelle. Daher haben wir alle notwendigen Schutzmaßnahmen ergriffen, um einen bestmöglichen Schutz vor einer Ansteckung zu gewähren.

Folgende Maßnahmen haben wir getroffen, um die betriebliche Kontinuität sicherzustellen:

  • Der Geschäftsbetrieb der Haufe Group und der Advolux GmbH & Co. KG kann auch bei Standortschließungen aufrechterhalten werden: Als digitale Unternehmen verfügen wir über alle notwendigen digitalen Infrastrukturen, damit der Großteil der Mitarbeiter*innen ortsunabhängig arbeiten kann. Diese Möglichkeiten werden ohnehin schon flächendeckend genutzt und sind erprobt.
  • Die telefonische Erreichbarkeit ist gewährleistet durch die Umleitung der Telefonanlage und flexible Vertretungsstrukturen.
  • Virtuelle Meetings sind durch entsprechende Technologien wie Cisco Webex oder MS Teams möglich.

Wir unterstützen Sie zügig beim digitalen Umbau Ihrer Kanzlei. Zum Beispiel mit dem Hosting von Advolux in einem Rechenzentrum.

Ihr Advolux Team

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Welche Rechtsformen kommen für eine Rechtsanwaltskanzlei in Frage? Ein Überblick.

Zwei Anwälte reden miteinanderIm Einzelnen kann eine Abgrenzung beziehungsweise Gegenüberstellung der divers in Frage kommenden Rechtsformen entscheidungsrelevante Aspekte hervorbringen. Dieser Artikel soll Ihnen einen ersten kurzen Überblick geben. Falls Sie sich detaillierter informieren möchten, empfehle ich Ihnen den weiterführenden Beitrag zum kostenlosen Download auf dieser Seite.

1.  Gesellschaft bürgerlichen Rechts als Mutter aller Gesellschaften

Als Ursprungsform der Freiberuflergesellschaft gilt die GbR, welche auch als „BGB-Gesellschaft“ geläufig ist.
Vorteil der GbR ist neben der Gewerbesteuerfreiheit vor allem auch die aufgrund des Zusammenschlusses größer erscheinende Sozietät und die kostengünstige, schnelle Gründung.
Die GbR hat als Personengesellschaft steuerlich den Vorteil, dass weder Körperschafts- noch Gewerbesteuer anfallen, sodass lediglich eine Besteuerung der Umsätze allein auf Ebene der Gesellschafter im Rahmen ihrer jeweiligen Einkommensteuer erfolgt.
Der zunächst attraktiv wirkende Aspekt der Haftungsverteilung – ein Mitgesellschafter steht in der Haftung nicht mehr alleine – kann aber brisante Problemfelder generieren, insbesondere für jene, die gegebenenfalls aufgrund analoger Anwendung des § 128 HGB für die beruflichen Fehler eines Mitgesellschafters akzessorisch und als Gesamtschuldner einzustehen haben  (). Zudem haftet gemäß § 130 HGB analog ein eintretender Gesellschafter auch für Verbindlichkeiten, die bereits vor seinem Eintritt entstanden sind. Außerdem erstreckt sich die Nachhaftung des ausscheidenden Gesellschafters über 5 Jahre gemäß § 160 HGB i. V. m. § 736 Abs. 2 BGB.
Festzuhalten ist somit, dass bei der Gründung der GbR zwar ein erheblich finanzieller und zeitlicher Aufwand eingespart wird, jedoch aufgrund der persönlichen Eintrittspflicht enorme Nachteile bestehen.

2. Die herkömmliche Partnerschaftsgesellschaft

Um die Problematik der Haftung zu verbessern, wurde im Jahre 1994 die Partnerschaftsgesellschaft im damals neuen Partnerschaftsgesetz geregelt. Damit ließ der Gesetzgeber erstmals die Möglichkeit zu, die Haftungsrisiken bei der Ausübung eines freien Berufs kraft Rechtsform zu begrenzen.
Neu – und abweichend von der gesamtschuldnerischen Haftung – ist, dass die Haftung für berufliche Fehler auf denjenigen Partner beschränkt ist, der den schadensverursachenden Fehler begangen hat.
Problematisch ist die Nachweisfähigkeit der Nichtbeteiligung, welche letztlich zum Haftungsausschluss zwingend erforderlich ist. Dies kann nicht zuletzt einem angenehmen Arbeitsklima entgegenstehen.
Auch gilt hier – ähnlich wie bei der GbR, dass der mit dem Auftrag befasste Partner schlimmstenfalls auch für einen beruflichen Fehler einstehen muss, der bereits vor seinem Eintritt in die Partnerschaft begangen wurde.
Abgrenzend zur GbR ist außerdem auf den umfassenden Gründungsaufwand hinzuweisen.

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Zusammenfassend stellt die Partnerschaft zwar eine Möglichkeit dar, die Haftung zu beschränken, jedoch ist deren Umsetzung in der Praxis oftmals kritisch. Deshalb ist immer öfter eine aufgrund der Niederlassungsfreiheit mögliche Flucht in die britische Limited Liability Partnership zu verzeichnen.
Die ausländische Rechtsform gewährt zwar den Haftungsausschluss, dennoch können aufgrund des britischen Rechts Schwierigkeiten und erhöhte Kosten entstehen, wie beispielsweise, dass ein englischer Jahresabschluss erfolgen muss.

3. Partnerschaft mit beschränkter Haftung und LLP

Mit der Partnerschaftsgesellschaft mit beschränkender Berufshaftung ( PartGmbB) besteht seit 2013 eine deutsche Alternative zur LLP. Diese Rechtsform hält aufgrund einer geänderten Art der Haftungsbeschränkung neue Perspektiven in der Wahl der Rechtsform parat: Für Berufsausübungsfehler haftet nur die PartGmbB. Zu beachten ist nach wie vor jedoch die gesamtschuldnerische, persönliche Haftung der Partner für andere unternehmerische Verbindlichkeiten.

4. Gesellschaft mit beschränkter Haftung

Hiervon insbesondere unterscheidet sich die Gesellschaft mit beschränkter Haftung, deren Haftung bekanntlich auf das Gesellschaftsvermögen beschränkt ist. Allerdings besteht bei einer GmbH neben dem Registereintrag auch die Pflicht zur Publizität.
Auch steuerlich hebt sich die GmbH von den zuvor genannten Rechtsformen ab. Aufgrund des gewerblichen Tätigwerdens fällt Gewerbesteuer an. Dies hat wiederum zur Folge, dass nach vereinbarten Entgelten keine Umsatzsteuer bei den einzelnen Gesellschaftern anfällt.

5. Fazit

Für die Entscheidung für eine Rechtsform spielen viele Faktoren eine wichtige Rolle: gesetzliche Vorgaben, steuerliche Aspekte, Gründungsaufwand, vor allem aber die Regelung der Haftung. Um final die passende Rechtsform zu wählen, sind die Vor- und Nachteile der einzelnen Rechtsformen hinsichtlich der individuellen Bedürfnisse abzuwägen.
Die einzelnen Rechtsformen mit ihren Besonderheiten werden in einem weiterführenden Beitrag, der auf dieser Webseite zum kostenlosen Download zur Verfügung steht, detailliert erörtert.

Rechtsanwalt Dr. Niels George
Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht
Fachanwalt für Steuerrecht, George & Partner mbB Rechtsanwälte, Berlin